Wenn
die Tage immer kürzer werden, wenn es draußen kalt und
drinnen warm wird, beginnt für uns Leute aus dem
Erzgebirge die gemütlichste Zeit im Jahr. Wer kann schon
widerstehen wenn es die ersten Pfefferkuchen
beim Bäcker um die Ecke gibt ? Und hin und wieder
ertappt man sich dabei, wie sehr man sich den Duft von Räucherkerzchen
herbeisehnt. Dann ist es endlich soweit, die Adventszeit
beginnt und nach und nach stellt sich bei jedem Menschen,
die Vorfreude auf das Weihnachtsfest ein. Lieder vom
Advent, das erste Lichtlein, daß den Raum erhellt und
unter den Dächern in Kisten verpackt, da hört man wie
sich etwas regt. Es sind unsere, so ins Herz geschlossene
Räuchermännchen.
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Den ganzen
Sommer über geschlafen, sind sie nun munter, und
wissen, es ist Zeit im ganzen Haus Weihrauchduft
zu verbreiten. Unter ihres Gleichen auf
Fensterbänken, in Regalen oder als
Alleinunterhalter auf dem gedeckten Kaffeetisch.
Nicht wegzudenken unsere Räuchermännchen. Und
unten im Keller, da wird gewerkelt, hier noch was
am Weihnachtsberg und an der Pyramide
gebastelt, da noch ein frischer Pinselstrich für
den alten Bergmann. Oft
begleitet von |
| Gedanken
an das letzte Weihnachten, findet dann alles in
der Stube seinen Platz. Jetzt in der Adventszeit
ist für alle Kinder eine Zeit der Freude
angebrochen, es gibt viel zu erleben und
mitzumachen. Dem Vater helfend unter die Arme
greifen, bei Mutter in der Küche Sternchen
formen, lecker schmeckende Plätzchen
backen, mal was aus der Teigschüssel naschen und
es gar nicht erwarten können, bis die Mutter die
noch warmen Plätzchen aus dem Ofen holt. Gegen
Abend, wenn es langsam dunkel wird, gehen in den
Fenstern viele, viele Lichtlein an. Große und
kleine Lichterbögen,
wunderschöne Adventssterne, Engel
und Bergmann. Wohin das
Auge auch blickt, alles ist hell erleuchtet in
diesem unserem Weihnachtsland. Überall hört man
erzgebirgische Weihnachtslieder,
Menschen sind unterwegs und in der kalten
Schneeluft riecht es nach Gebratenen und süßer
Leckerei. |
| Es ist Weihnachts- markt,
da trifft man sich, da ist man lustig. Es gibt
viel zu bestaunen, zu essen und zu trinken. Hier
und da kauft man noch ein kleines Geschenk für
die Lieben. Es ist nun gar nicht mehr weit, dann
ist der 24. Dezember - Heilig Abend.
An diesem Tag fängt der |
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Vater
schon zeitig früh damit an, das sorgfältig
auserwählte Tannenbäumchen, in die gute Stube
zu stellen. Ist das geschafft, wird aus diesem
kleinen Bäumchen, langsam ein richtiger Weihnachtsbaum.
Geschmückt mit vielen bunten Kugeln,
Glöckchen, Sternen und Lichtlein,
ist es nun der Stolz der ganzen Familie. Hin und
wieder dringen aus der Küche verführerische
Düfte. Heute gibt es, so wie jedes Jahr im
Erzgebirge an Heilig Abend das "Neunerlaa"
(Neunerlei). Der Abend ist gekommen und
überall in den Häusern sitzen die Familien an
festlich geschmückten Tischen, begleitet vom
Läuten der Kirchenglocken, wird
es ganz still und ums Herz ganz warm. Im Gebet
bitten wir Herrn Jesus Gast bei
uns zu sein und bedanken uns für die reichlich
gedeckte Tafel. Wenn das Abendessen vorbei und
die Mutter froh ist, daß es allen gut geschmeckt
hat, sieht man überall kleine Kindernasen an den
Fensterscheiben kleben. Wann kommt endlich der Weihnachtsmann?
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Voller Erwartung wird
gelauscht und da, ganz deutlich hört man
ihn durch den tiefen Schnee stapfen. Er
pocht an die Tür und kommt herein, mit
einen riesigen Sack voller Geschenke.
Dann droht er Allen mit seiner großen
Rute: "Wahrt ihr alle artig?",
aber alle braven Kinder haben nichts zu
befürchten. Und nun ist die Zeit der
Bescherung. Viele Päckchen holt der
Weihnachtsmann aus dem Sack und wer ein Liedchen
singen oder ein Gedicht aufsagen
kann, der wird auch beschenkt. Alle
kleinen Hände sind damit beschäftigt
die großen und kleinen Päckchen
auszupacken. Mit leuchtende Augen stellt
ein jeder fest, der Weihnachtswunschzettel
ist auch in diesem Jahr angekommen.
Langsam geht der Tag zu Ende und |
alle
sind in ihren Herzen glücklich. Ganz
zeitig am nächsten Morgen, dem
1.Weihnachts- feiertag, werden in den
Kirchen die Christmetten
gespielt. Nächtliches Läuten der
Glocken, läßt alle wissen, ´s
Christkind wurde geboren.
Allen ein Fröhliches Weihnachtsfest !  |
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